Kirsten Kötter

Tamina Amadyar

SZENENWECHSEL 4 – KÜNSTLER*INNENRAUM: TAMINA AMADYAR. Kunstmuseum Karlsruhe, .

Tamina Amadyars Arbeiten kenne und schätze ich digital seit 2020, denn ich bin im Verteiler ihres Berliner Galeristen Guido W. Baudach. Vor einiger Zeit konnte ich eine ihrer Arbeiten in seiner Galerie betrachten. Jetzt zeigt das Kunstmuseum Karlsruhe eine Ausstellung ihrer Arbeiten im "Künstler*innenraum" ().

Tamina Amadyar mischt Pigment mit "Hasenleim" (Glutin) als Bindemittel. Diese Farbe hat kaum Volumen. Acryl- oder Ölfarbe können je nach Bindemittel eine breiige Konsistenz haben, wie eine Masse, die dann verteilt wird. Nicht so diese Farbe, mit der Tamina Amadyar auf Leinwandstoff malt, ohne diesen zuvor weiß grundiert zu haben. Dann arbeitet sie ausschließlich mit einem flachen großen Pinsel (nach Aussage ihres Galeristen) und trägt die Farbe in großen Gesten auf. Die Farbe trocknet schnell ein. Der Farbauftrag ist arbeitsintensiv. Die Pinselstriche bleiben weitgehend sichtbar und vermitteln einen Eindruck der Gesten und Bewegung beim Malen.

Tamina Amadyars Bilder sind reduziert in Form und Farbe. Meist benutzt sie wenige Farbtöne, z. B. zwei Farben. Ihre Formen sind nicht fest umrissen, die Ränder eher diffus, entstehen erst durch die Pinselstriche beim Farbauftrag. Die Formen der Bilder sind ebenfalls reduziert, es sind einfache, leicht zu erfassende Formen. Die Formen sind so auf Grundformen reduziert, dass nur wenige oder keine Dinge assoziiert werden können. Es sind angenehme, "schöne" Formen, die emotional berühren oder in ihrer Ästhetik ansprechen können.

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Tamina Amadyar: Black Forest. Ausstellung: Kunstmuseum Karlsruhe, . Foto: Kirsten Kötter
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Tamina Amadyar. Ausstellung: Kunstmuseum Karlsruhe, . Foto: Kirsten Kötter
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Tamina Amadyar: Verano Rosa. Ausstellung: Kunstmuseum Karlsruhe, . Foto: Kirsten Kötter

Es geht um Raum und Licht und Luft, um Weite und Atmosphäre.

Durch Formen und Farben entstehen Stimmungen, die Tamina Amadyar mit ihren Titeln aufgreift.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Karlsruhe gibt einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsweisen Tamina Amadyars. Auf einem Tisch sind Skizzenbücher ausgebreitet, die naturalistische, gegenständlich wiedergegebene Szenen zeigen, aber auch abstrakte Farbstimmungen. Am Tisch beginnend breiten sich kleinformatige abstrakte Arbeiten aus und schaffen eine Verbindung zu den großformatigen Leinwänden an den anderen Wänden. Diese kleinen Bilder zeigen Stimmungen am Meer, am Pazifik und Atlantik und sind / entstanden.

Im Raum befinden sich farbige Objekte, übereinander geschichtete rote gefaltete Stoffe oder Leinwände, die so geschichtet an Museumsmobiliar erinnern, an Sitzbänke zum Beispiel, und das Thema der Farbe im Raum in einer dreidimensionalen Variante aufgreifen.

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Tamimna Amadyar: Mojabi Ghost. Ausstellung: Kunstmuseum Karlsruhe, . Foto: Kirsten Kötter

Eine Wand zeigt mehrere große Halbporträts in Grautönen, mit Tafelfarbe und Tusche hergestellt. Die Gesichter, die Menschen sind mit schnellem Strich entstanden, wie bei einer Skizze. Sind es echte Personen? Oder Wesen, die sich auf dem Bild ergeben haben? Und jetzt ein Geisterleben führen?

Mit all diesen Facetten zeigt die Ausstellung wie Tamina Amadyar arbeitet und erfreut mit ihrer Farbigkeit, schafft Raum und Weite.

Links

Zu Studium und Ausbildung von Tamina Amadyar:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tamina_Amadyar

https://kunstmuseum-karlsruhe.de/exhibition/update-die-sammlung-neu-sichten-szenenwechsel-4/

Kirsten Kötter,